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Castor+Gorleben Gorleben-Akten: Geheim ist geheim - bleibt nicht geheim
Geologische Untersuchung nicht erforderlichUnd siehe da: obwohl Linke und Grüne weiterhin Einblick in die Akten fordern, tauchen erste Auszüge auf. Zum Beispiel der 24. Tagungsabschnitt der 58. Plenarsitzung am 17. Februar 1977. In dieser Sitzung erklärte der damalige Ministerpräsident Ernst Albrecht wörtlich: „Die der Landesregierung zur Verfügung gestellten Unterlagen reichen aus, um eine vorläufige Standortauswahl zu treffen. Nach Auffassung der Landesregierung sind für diese vorläufige Standortauswahl geologische Untersuchungen an Ort und Stelle nicht erforderlich.“ Nur wenige Tage später, am 22. Februar 1977 verkündete Ernst Albrecht der Öffentlichkeit Gorleben als Standort für ein nukleares Entsorgungszentrum. Doch jenseits der von den Landtags-Abgeordneten zur Einsicht geforderten Akten gibt seit Januar 2009 eine Doktorarbeit über die „Endlagerung radioaktiver Abfälle in der Bundesrepublik“ detailliert Auskunft über die Abläufe rund um die Standortbenennung Gorlebens. In dieser Arbeit untersuchte Autor Detlev Möller für die Jahre 1955 bis 1979, wie die Endlagerungsfrage von Behörden und Beratern wahrgenommen wurde. Auswahl- und Durchsetzungsprozesse, Maßnahmen und Motive werden beleuchtet. Funktion und Eignung des zwischen 1967 und 1978 genutzten Salzbergwerks Asse II stehen dabei im Mittelpunkt. Für die Asse kommt Möller dabei zu dem Schluss, dass trotz zweifelhafter Langzeitsicherheit die Grube als Endlager bis zum Jahr 2000 dienen sollte. Der Atomwirtschaft und den zögernden Energieversorgungsunternehmen konnte damit signalisiert werden, dass die Endlagerungsfrage dem wirtschaftlichen Durchbruch der Atomenergie nicht im Weg stehen würde. Erstmalig tauchte der Ort "Gorleben" im November 1976 in einem Gespräch zwischen Ministerpräsident Albrecht und den Bundesministern Maihofer, Matthöfer und Friedrichs auf. Im Dezember 1976 lehnte Bundeskanzler Schmidt allerdings den Standort Gorleben wegen seiner DDR-Nähe schriftlich ab. Spätestens – so Möller – seit Anfang Oktober 1976 hatte damals die niedersächsische Seite die Position eingenommen, dass „vor dem positiven Abschluß der Prüfung des Gesamtkonzeptes Untersuchungen an Ort und Stelle nicht vorgenommen werden sollten.“ Interessant am Rande: Für diese „Prüfung“ veranschlagte die niedersächsische Regierung damals „sicherlich zwei Jahre“. Die Weichen werden gestelltBis März 1979 arbeiteten verschiedene Firmen an der Untersuchung der sicherheitstechnischen Realisierbarkeit des Entsorgungszentrums. Im Februar 1978 allerdings wurde die Feststellung der grundsätzlichen Eignung durch eine eine Liste offener sicherheitstechnischer Fragen ergänzt. Die Migration von Laugeneinschlüssen, die Beherrschung von Wassereinbrüchen sowie der Sicherung der bei der Wiederaufbereitung entstehenden Abwässer und freiwerdenden radioaktiven Stoffe Laugen wurden zwar diskutiert, konnten aber beim Gorleben-Hearing im März 1979 wegen nur gering vorhandener Detailkenntnisse lediglich oberflächlich besprochen werden. Nach Möller hatten sich die Arbeitsergebnisse bis 1978 so verdichtet, dass konkrete Beschreibungen und Zeichnungen des künftigen Endlagers möglich waren, deren (Zitat) „Veröffentlichung insofern problematisch war, als sie im Vergleich zum sogenannten Versuchsendlager ASSE II schwerwiegende Fragen aufwerfen konnten.“ Ohne Endlager kein weiterer Ausbau der AtomkraftTrotzdem war von der Bundesregierung, die nach Atomgesetz für die Endlagerung zuständig war, der Druck der drängelnden Atomindustrie genommen worden. Das eingeleitete Planungsverfahren reichte allen Beteiligten als für den Bau neuer Atomkraftwerke zwingend vorgeschriebener „Entsorgungsnachweis“ aus. Foto: MP Albrecht bei der CDU in Trebel 1979 Mehr zu "Gorleben"
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Während die Oppositionsparteien im niedersächsischen Landtag noch Einsicht in die „Gorleben“-Akten fordern, liegt bereits seit Januar 2009 eine Doktorarbeit vor, die sich u.a. mit der Standortauswahl Gorlebens beschäftigt. Darin wird die Vermutung bestätigt, dass Gorleben aus rein politischen Erwägungen zum Endlager-Standort erkoren wurde. 

