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Castor+Gorleben Verspäteter Karneval in Gorleben - Junge Union unterstützt RöttgenMit Konfettimaschine, Kamellen und Büttenrede, gut bewacht von einer Einsatzhundertschaft aus Lüneburg, feierten am Sonntag 120 Atomkraftgegner politischen Karneval, um die Atomgespenster zu vertreiben. Unterdessen unterstützt die Junge Union im Kreis Minister Röttgens Ausstiegspläne.
Atomfa(s)snacht "da wurde natürlich auch ein Fass aufgemacht: "Tach allerseits, ick bins bloß, der närrische Herr Paul", Stefan Buchenau, Insidern wohl bekannt als Kolumnist des Veranstaltungskalenders "Zero", hielt die Büttenrede. Die riesengroßen "Ös" der schwarz-gelben Koalition nahm er ganz besonders aufs Korn. "Herrn Röttgen als Umweltminister, dem wird in der Presse mit Überraschung bescheinigt, dass er "intelligent" sei - komisch, seine Vorgänger wurden nie so genannt. Und der andere mit dem großen Ö, Herr Oettinger, ist von Mutti Merkel zum Experten für Englisch und Energie verurteilt worden - die EU war begeistert, endlich hamse ooch nen Vollblutkomiker in Brüssel!" Tätää ... Das mit dem Tusch klappte dann nicht so gut, schließlich schimmerte doch der Ernst im Närrischen durch, das Angebot des frischgebackenen EU-Kommissärs, Gorleben auch als europäisches Endlager zu sehen, empfindet die BI als Affront. Und dann war auch wieder Schluss mit Lustig: "Wir machen mobil, für den Atomausstieg und gegen den Weiterbau in Gorleben", so die Ankündigung der Atomkraftgegner am kalten Sonntag. Kreis-JU: Die CDU sollte sich von der Atomkraft möglichst bald verabschiedenUnerwartete Unterstützung - zumindest in Teilaspekten - erhalten die Atomkraftgegner von der hiesigen CDU. In einer Presseerklärung begrüßt die Junge Union Lüchow-Dannenberg (JU) die Aussagen des Bundesumweltministers Norbert Röttgen (CDU) zur Zukunft der Atomenergie in Deutschland. "Die Union sollte sich nach Auffassung des Bundesumweltministers möglichst bald von der Atomkraft verabschieden. Seine Partei müsse sich gut überlegen, ob sie gerade die Kernenergie zu einem Alleinstellungsmerkmal machen wolle, so Röttgen. Die gesellschaftlichen Widerstände gegen die Atomkraft seien zu groß, sagte Röttgen weiter: 'Die Kernenergie hat auch nach vierzig Jahren keine hinreichende Akzeptanz in der Bevölkerung'. „Im Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung ist die Atomkraft als "Brückentechnologie" klar beschrieben worden“, sagte David Beecken, Vorsitzender der JU." Ein Ausstieg aus der Atomenergie kann realisiert werden, wenn die erneuerbaren Energien die konventionellen Energieträger zuverlässig ersetzen können." Neben der Sicherheit müsse daher auch die Zuverlässigkeit hinsichtlich der Energieverfügbarkeit oberste Priorität haben. „Es muss sicher gestellt sein, dass in einem führenden Industrieland, wie Deutschland, 24 Stunden ohne Unterbrechung Energie geliefert werden kann“, erklärte Beecken. Es dürfe nicht dazu kommen, dass Beispielsweise bei SKF in Lüchow oder bei Conti in Dannenberg wegen nicht vorhandener Energie die Bänder still stehen, skizziert Beecken. Aus diesem Grund müsse intensiv an der Grundlastfähigkeit und an möglichen Energiespeichermedien geforscht werden. Jedoch: CO2-Ziele dürfen nicht verworfen werdenAußerdem dürfen bei einer Umstrukturierung der Energieversorgung die CO2-Ausstoss-Verminderungs-Ziele der Bundesregierung nicht verworfen werden, so Beecken weiter. "Daher ist ein realistischer Ausstieg, nach dem heutigen Stand der Technik, vermutlich erst in circa 20 Jahren umsetzbar. Bis dahin muss die Atomkraft als Brückentechnologie genutzt werden. Zudem muss Deutschland als Industrienation unabhängig von anderen Staaten seine Energieversorgung gewährleisten." Doch nach Ansicht Beeckens würde eine sofortige Abschaltung aller Kernkraftwerke unter anderem zu einem Import von konventionellen Strom, auch Atomstrom, nach Deutschland führen. Trotz des Ausstieges aus der Atomkraft bleibe die Müllproblematik bestehen. Im Gegensatz zu den Forderungen der BI, besteht die Junge Union darauf, dass die "ergebnisoffene Weitererkundung des Salzstockes in Gorleben schnellstmöglich fortgesetzt werden muss" - wobei jede Vorfestlegung des Standortes Gorleben ausgeschlossen werden müsse, so Beecken weiter. Zur Untermauerung ihrer Ziele hat die Junge Union Lüchow-Dannenberg einen Sachantrag bezüglich der Atomausstiegspläne an den JU-Landesverband gestellt. Dieser wird den Antrag im März beraten und wahrscheinlich auch beschließen, informiert die JU. Außerdem fordert die JU die CDU Lüchow-Dannenberg auf, sich an Röttgens Plänen zu orientieren. „Diese Diskussion muss jetzt offen innerhalb der Union geführt werden“, forderte der JU-Kreisvorsitzende abschließend. Foto: Karin Behr / Publixviewing
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"Um Akten besser lesen zu können, empfehlen wir die dicke Brille eines Demonstranten, der hatte den Durchblick", empfiehlt die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI), die zum politischen Karneval eingeladen hatte. Damit spielen die Gorleben-Gegner auf die Aktenfunde der vergangenen Monate an, die belegen, dass sowohl bei der Standortsuche als auch bei der Auswertung der Tiefbohrergebnisse wissenschaftliche Standards grob verletzt und Akten geschönt wurden.

