Die ZERO Tipps für Februar
Was tun in dieser kälter werdenden Jahreszeit? Alle Anworten hier!Immer auf Tour
„In welcher Stadt, in welchem Land befinde ich mich gerade?“, fragt Roman Iagupov in dem Song „Gypsy Life“ vom neuen „Zdob si Zdub“-Album „Basta Mafia!“. Und diese Frage kommt keineswegs überraschend, denn die Moldawier sind längst eine internationale Band, stets unterwegs, von Land zu Land, auf ewig auf Tour.
Dabei hat die Band jede Menge Einflüsse und musikalische Zutaten aufgepickt und verarbeitet. Ihre musikalische Kompetenz ist dabei ganz offensichtlich gewachsen. Von den Anfängen einer Ska-Punk-Band mit Folk-Einflüssen hat sich die Band aus Chisinau zu einer innovativen, musikalisch komplexen Unternehmung mit Elektro-Dance- und Alternative-Rock-Einflüssen gemausert, ohne ihre Wurzeln zu verlieren.
Die Band hat es nicht nur einmal, sondern gleich zweimal in die höheren Ränge des Eurovision Song Contests geschafft (2005 und 2011) – zuletzt mit dem Song „So Lucky“, der sich auch auf der neuen CD befindet.
Aber die Band aus einem der ärmsten Länder Europas, die im Frühjahr 2011 vor 160 Millionen Zuschauern beim Eurovision Song Contest in Düsseldorf auftrat, kam nicht einfach aus dem Nichts. „So Lucky“ ist während der Jahre auf Tour entstanden und handelt vom Überschreiten der Staatsgrenzen, Einflüsse und auch der Ansichten.
Schon der Titeltrack „Basta Mafia!“ beschreibt diesen Weg Moldawiens eindringlich: von den Anfängen (als Teil der früheren Sowjetunion) zum Zustand heute (Supermacht der Unterwelt) bis hin zu einer möglichen Zukunft (Unabhängigkeit). Am Sonnabend, dem 3. März, um 21 Uhr im „Club Hanseat“ in Salzwedel.
Weltliteratur
Vier Matineen der Nicolas-Born-Stiftung präsentieren an den Februar-Sonntagen im Künstlerhof Schreyahn Werke der Weltliteratur: „Weltliteratur? – Weltliteratur!“ Am 5. Februar liest Ingrid Birkholz aus Emile Zolas Roman „Das Paradies der Damen“ – das Einmaleins der modernen Konsumgesellschaft. Am 12. Februar folgt „Oliver Twist“ von Charles Dickens, zu dessen 200. Geburtstag Siegfried W. Kernen ausgewählte Passagen des eng-lischen Romanciers vorstellt. Michael Kumpfmüller liest dann am 19. Februar aus seinem neuen Kafka-Buch „Die Herrlichkeit des Lebens“. In seinem bio-grafischen Roman zeigt er Kafka in seiner letzten großen Liebe zu Dora Dia-mant. Und Wolfgang Kaven liest Kafkas geheimnisvolle Er-zählung „Ein Landarzt“. Den Schluß bildet am 26. Februar Italo Svevos Roman „Zeno Cosini“, den Wolfgang Kaven liest. Es geht um die vergeblichen Versuche, sich bei „Dottore S.“ das Rauchen abzugewöhnen – ein tragischer, ironischer Kampf um die „ultima sigaretta“ in Triest. Alle Lesungen finden um jeweils 11.30 Uhr auf der großen Diele im Künstlerhof Schreyahn statt. Moderation: Axel Kahrs. Nach den Lesungen Kamingespräche und Büchertisch.
Blockade-Stein
Als Teil von „Gorleben365“ wird die in Köhlen lebende Steinbildhauerin Doris Gessner am 6. und 7. Mai einen Steinbildhauer-Kurs für acht Teilnehmer anbieten. Kurs-Ziel ist ein X aus Kalkstein (oben). Vorkenntnisse sind nicht erforderlich, Werkzeuge und Arbeitstische vorhanden. Preis für zwei volle Tage: 100 Euro – inklusive Steine, weil vom Steinlieferanten Stichweh aus Thüste kostenlos zur Verfügung gestellt. Die Einnahmen von (hoffentlich) 800 Euro gehen komplett an die „Kurve Wustrow“ und an „X-tausendmal quer“. Informationen und Anmeldung unter www.stein-art.net oder 0 58 43 - 97 20 67.
Frauen-Frühstück
Das „Frühstückstreffen für Frauen“ (FFF) ist ein 1997 gegründeter gemeinnütziger Verein mit dem Ziel, Frauen über Glaubens- und Lebensfragen ins Gespräch kommen zu lassen. Fester Bestandteil jeder Veranstaltung ist ein Referat, das Alltagsthemen aufgreift, Kulturelles, ein leckeres Frühstück oder Abendbrot und natürlich der Austausch. Das nächste FFF findet am Freitag, 30. März, um 19 Uhr, und am Sonnabend, 31. März, um 9 Uhr im Winterfelder „Wieseneck“ statt. Das Referat zum Thema „Festhalten und Loslassen“ wird von Birgit Winterhof aus Bielelefeld gehalten. Kartenvorverkauf vom 27. Februar bis 24. März. Informationen: 01 51 21 37 31 89 oder sylvistrecki@aol.com
Ready für Rockabilly?
Die „Suffy Sand Combo“ will nun auch Trebel mit dem 50er-Jahre-Virus infizieren: am 25. Februar um 21 Uhr bringt die Combo soliden Rock ‘n’ Roll und Rockabilly ins Nachtcafé der „Bauernstuben“. Die Band ist dabei kompromißlos und schert sich auch nicht um die Hörgewohnheiten von Mainstreamern. Vielmehr werden eigene Stücke und Coversongs im Gewand der 50er Jahre mit slappendem Kontrabaß, groovendem Schlagzeug und klarem Gitarresound zelebriert. Die „Suffy Sand Combo“ ist in Chemnitz (Sachsen) zuhause und besteht aus drei Musikern: Hartmut am Kontrabaß, Tamás am Schlagzeug und Suffy an der Leadgitarre. Gesanglich überzeugen sie alle drei. Der Sound ist geprägt von den unterschiedlichen musikalischen Vorlieben der einzelnen Musiker, der grundsoliden Arbeit an den Instrumenten sowie nicht zuletzt vom authentischen Bühnenbild, welches das Publikum immer aufs Neue begeistert. Was die Musik betrifft, geht es der Band aber nicht nur darum, ihr Publikum mit ständig gespielten alten Rock ‘n’ Roll-Titeln zu penetrieren, sondern unbekannte Titel der fünfziger Jahre und aktuelle Stücke im Gewand der alten Rockabilly-Klassiker stilvoll wiederzugeben. Gleichen Stellenwert nehmen jedoch kleine Dinge ein, die die fünfziger Jahre prägten; beginnend von der Anreise bis hin zum Bühnenoutfit. Ab 19 Uhr gibt es Leckeres vom Büfett (Reservierung wird empfohlen: 0 58 48 - 2 13 oder www.trebeler-bauernstuben.de)
Vortrag
Kamtschatka, Halbinsel aus Feuer und Eis, Reich der Bären und Lachse, liegt im äußersten Osten Rußlands. Zu Sowjetzeiten war sie militärisches Sperrgebiet. Erst in den 90ern konnten die ersten „Abenteurer“ die einzigartige Wildnis besuchen. Kamtschatka gehört zum Pazifischen Feuerring, einem vulkanischen Gürtel um den Pazifik, und ist geprägt von endlosen Vulkan- und Gebirgsketten.
Von den rund 190 Vulkanen sind 30 aktiv. Riesige Lavafelder, Geysire, weite Calderas und heiße Quellen bilden eine Wunderwelt. Mächtige Flußtäler und wilde Bäche durchziehen die subarktische Landschaft mit einer faszinierenden Tier- und Pflanzenwelt. Gewaltige Lachsschwärme ziehen die Flüsse aufwärts. Nirgendwo sonst auf der Welt leben so viele Braunbären. Bis auf einige Städte und kleine Orte ist die Wildnis menschenleer.
Im Sommer 2010 hat sich Wolfgang Pauli aus Unbesandten einen fast zwei Jahrzehnte alten Wunsch erfüllt. Über fünf Wochen war er in dem Naturparadies unterwegs. Mit russischen Trucks, mit Schlauchbooten, etliche Strecken zu Fuß, bei Bergtouren und einmal auch mit dem Hubschrauber hat er alle großen Schutzgebiete Kamtschatkas kennengelernt. Bei seinem Bildervortrag am Donnerstag, dem 23. Februar, um 19 Uhr im Kultur- und Festspielhaus in Wittenberge zeigt er die schönsten Vulkane, durchstreift Mondlandschaften ebenso wie blütenreiche Bergtundra, unternimmt eine faszinierende Flußwanderung, begegnet Bären, trifft auf Lachsschwärme, fliegt über die bizarre Berglandschaft und schaut sich auch Siedlungen und Städte an.
Nachruf auf einen toten Dichter
„Das Tagebuch ist Zustrom, Zentrum, Bekenntnis. Nur dort, wo es bekennt, strahlt es aus, wird ‘fremdes Dasein im Eigenen’ aufgelöst.“ Hanns Cibul-ka, 1920 in Böhmen geboren, war in der DDR ein viel gelesener Autor. Das Tagebuch war seine bevorzugte Prosaform. Seine Themen waren eher Erinnerungen, Landschafts- und Städtebilder als die Auseinandersetzung mit dem real existierenden Sozialismus, also nichts, was seinen Verlegern oder der SED Ärger hätte be-reiten können – bis 1982 sein Buch „Swantow“ erschien. „Swantow – die Aufzeichnungen des Andreas Flemming“ behandelt die Gefahren der Atomkraft.
Es war das erste Mal, daß ein Autor in der DDR sich kritisch an dieses Thema wagte. Auf Cibulka wurde ein IM („Inoffizieller Mitarbeiter“, also geheimer Informant der Stasi) angesetzt; Cibulka erhielt Leseverbot im öffentlichen Raum. Für die heimlich anwachsende grüne Bewegung in der DDR wurde er dagegen zur Ikone.
Hanns Cibulka starb 2004. In Westdeutschland kennt man ihn kaum. Seine kluge nachdenkliche Prosa, seine geschliffenen Gedichte sind heute nur noch antiquarisch zu bekommen.
Der „Literarische Salon“ in der Villa Wendland möchte ihn in Erinnerung rufen. Christa Tornow und Maria Freund lesen am Sonntag, dem 4. März, aus seinem Werk – „Nachruf auf einen toten Dichter“. Beginn: 17 Uhr in Güstritz, Schwarzer Weg 2. Informationen: Inga Grasnick, 0 58 43 - 97 20 55.
Zappa reloaded
Nicht schon wieder irgendeine Band aus Los Angeles. Nein: drei langjährige Bandkumpels von Frank Zappa bei den „Mothers Of Invention“: Don Preston, der Ur-Keyboarder, Napoleon Murphy Brock, Leadsänger, Saxophon und Flöte, und Tom Fowler, Bassist! Frank Zappas hochkomplexem Schaffen entsprechend, haben die drei Cracks selbstverständlich zwei höchst versierte Jünger mit an Bord. Robbie Mangano ist zweitens Italo-Amerikaner wie Zappa und füllt erstens die riesigen Fußstapfen des Gitarristen FZ mit einer Virtuosität, die selbst allerkritischen Konzertbesuchern die Kinnlade fallen läßt. Und Chris Garcia hat nicht „bloß“ all das in seinen Händen, was seine prominenten Vorgänger mitbringen mußten, um es bei Frank hinters Schlagzeug zu schaffen. Vielmehr steckt in Garcias Kehle noch ein Stimmorgan, das es den „Grande Mothers Re:Invented“ ermöglicht, selbst die von Captain Beefheart gesungenen Stücke zu spielen. Und nichts weniger als nur Musik des großen Meisters ist es, was die Band in die Konzertsäle unserer Welt zurückbringt. Und wenn der Über-Entertainer Napoleon Murphy Brock tänzelt wie einst im Mai; wenn Don Preston witzige Anekdoten erzählt oder plötzlich vor dem beglückten Publikum steht, um es mit einem irren Solo von seinem iPod zu überraschen; wenn Tom Fowler die Baß-Saiten ruhen läßt und dafür jene seiner Violine liebkost – näher am Original geht nicht! „Club Hanseat“ in Salzwedel am Sonnabend, dem 11. Februar, um 20 Uhr.
Max, Moritz und mehr
Wilhelm Busch ist ohne Zweifel ein Klassiker des Humors. Mit seinen Werken sorgt er für Lachen in allen Altersstufen. „Die fromme Helene“, „Hans Huckebein“, „Max und Moritz“ – die kennt jeder. Jedoch verbirgt sich hinter Buschs so eingängigen Geschichten und Versen auch viel Philosophisches und Weltkluges. Die Schauspieler Mar-kus Maria Winkler und Jürgen Wegscheider präsentieren Ausgewähltes aus der Schatztruhe des Wilhelm Busch. In schneller Folge servieren Wegscheider und Winkler turbulente Geschichten, feinsinnige Verse und skurrile Pointen. „Wir legen viel Wert auf wenig be-kannte Gedichte, um die Neugier auf Busch zu wecken“, sagt Winkler. An Busch schätzen die beiden Schauspieler vor allem die philosophischen Weisheiten, den hintergründigen Hu-mor und die Gesellschaftskritik, die mitunter sehr versteckt daherkommt. „Es ist erstaunlich, wie aktuell Busch noch ist“, sagt Winkler mit Blick auf die zeitlosen Charakterskizzen. Die Witwe Bolte spiegele eine Gesellschaftsschicht wieder, die es bis heute gebe. Die Lieb-lings-„Buschiade“ der beiden Münchner ist das Gedicht „Es sitzt ein Vogel auf dem Leim“. Im Angesicht des Todes macht der besagte Piepmatz das Beste aus seiner Situation und trällert fröhlich vor sich hin. „Dieses Gedicht enthält Buschs Definition von Humor“, meint Wegscheider. „Buschiaden und andere Schmeicheleien“ am Freitag, dem 10. Februar, um 20 Uhr im Clenzer „Culturladen“.
von ZERO, 2012-01-27 18:10
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