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Dezember 1999/Januar 2000 |
Knorkator: "Hasenchartbreaker"
von AnDJ
Genialität hat sich noch nie um Moral geschert. Das haben Mozart, Henry Miller, Zappa oder - unlängst - Rammstein schon bewiesen. Und glücklicherweise gibt es in jeder Zeit Menschen, die durch ihr Tun ihre Mitmenschen schockieren und gleichzeitig bloßstellen. Knorkator" versteht es, Gefühle zu berühren, sich gleichzeitig auf den Arm zu nehmen und Kritik an der herrschenden Doppelmoral zu üben - ohne Selbstzerfleischung und mit Humor. Textlich bewegen sie sich in Grenzbereichen, die dem Ohrwurmgeneigten wie dem ästhetisch wahrnehmenden Menschen Schauer des Entsetzens über den Rücken jagen, weil in vielen Titeln eine deutlich rektale Interpretationsebene gewählt wird. Sie bedienen sich aus Klassik, Folk, Gothik, Rock und Crossover und errichten daraus ihren eigenen, tiefsinnigen Kosmos. Die vor Schönheit strahlende, melancholische Poesie des Textes in "Hardcore" steht in völligem Gegensatz zur Ausdrucksform der Musik, die der Titel benennt, stellt aber den Trancezustand, in den man dabei geraten kann, dar. "Weg nach unten" ist der Balsam für die traurigen Momente des Lebens oder der Traum eines Zwergs aus dem "Herrn der Ringe". Und auch "Das Lied" lebt von einer geradezu sakralen Stimmung, die in "Weihnachtsschimpfe" (nach der Melodie des Osterchorals "Oh, Haupt voll Blut und Wunden") ihren Höhepunkt findet. Gesellschaftskritik - mal in voller Härte, mal in zartester Verpackung - , die man hören muß.
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